Die Stärken stärken: Sich angenommen fühlen - Sitzung mit Johannes

Johannes trägt als Folge seiner Kindheit eine ständige Angst vor Ablehnung mit sich. Beruflich kennt er heute viele Formen von Mobbing – vor allem von seinen Chefs.

Die Angst zieht bei Johannes oft den Brustkorb zusammen und wir arbeiten damit, dass sein Brustkorb sich mehr Raum nehmen darf, was er als sehr angenehm erlebt. Auch die Angst wird damit weniger.

Dann frage ich ihn, ob es Menschen in seinem Leben gab oder gibt, die ihm wohl gesonnen waren, von denen er sich angenommen oder wenigstens neutral behandelt fühlte.

Als erstes fällt Johannes seine neue Freundin ein, von der er sich absolut angenommen fühlt. Ich bitte ihn, mir einige Beispiele zu nennen, woran er das merkt. Für jede Situation nehmen wir uns Zeit, damit er das Angenommen-Werden wirklich spüren und körperlich rein lassen kann. Manchmal ist es, als ob seine Angst skeptisch fragt: „Stimmt das wirklich?“ Er antwortet dann leise: „Ja, ich fühle es doch.“ Es gibt einen steten Wechsel aus einer Aufruhr seines Systems („Nein, das kann nicht sein.“) und einer Beruhigung, die entsteht, weil seine tatsächlichen Erfahrungen tiefer einsinken können und auf eine neue Art wirklich werden. Dann gab es auch ältere Erinnerungen an seinen Opa und einen Lehrer, mit denen Johannes angenehme Erfahrungen gemacht hat.

Nach der Sitzung fühlt Johannes sich angenehm ruhig, schwer und geerdet. Seine Beine kribbeln und er hat das Gefühl, dass seine Füße deutlich größer sind. Die Angst ist dagegen viel weniger und es überwiegt ein Gefühl von Überraschung und Erleichterung.

Fachliche Einordnung:

Wenn das Gefühl „Abgelehnt-werden“ für uns normal geworden ist, kann das „Angenommen-Sein“, auch wenn wir es real erlebt haben oder erleben, vielleicht irgendwie wahr genommen werden, es dockt aber nicht an, weil das andere so viel stärker und unsere Wahrheit geworden ist. Es gibt im Nervensystem noch keine Synapsen das „Angenommen-sein“. Die Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. So kann ein positives Gefühl, wenn es wahrhaftig gefühlt wird und wir uns etwas Zeit dafür nehmen, integriert und in unserem System verankert werden. Wenn wir das häufiger machen, kann Stück für Stück etwas ganz Neues in uns wachsen. Das Potential zu entdecken und die Stärken zu stärken ist ein Wesenszug im Pantarei Approach.

Im weiteren Prozess haben wir heraus gefunden, dass die Ablehnung, die Johannes von seinen Chefs erlebt, nicht nur mit dem Muster „abgelehnt-werden“ zu tun hat, sondern auch daher rührt, dass er sich schon immer unwohl in seinem Berufsfeld fühlt und eigentlich Lust auf etwas ganz anderes hat. Er sieht seine Chefs jetzt eher als einen Spiegel für sich, der ihn auffordert, dieses Berufsfeld endlich zu verlassen und dem nachzugehen, was er sich wirklich wünscht.

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