Trauma: Angst vor Ablehnung lösen – Beispielsitzung
Thema der Sitzung
Julia hat aufgrund vieler Kindheits- und Jugenderlebnisse eine starke Angst davor, von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Nicht nur in Situationen, in denen das potentiell möglich ist, sondern permanent, auch allein zu Hause. Auf einer Skala von 0–10 (wenn 0 gar keine Angst ist) erlebt sie sie dauerhaft auf dem Level 8–9, in Momenten potentieller oder tatsächlicher Ablehnung geht sie auf 10 hoch. Diese chronische Angst ist die Folge eines Entwicklungstraumas.
Verlauf der Sitzung
Wir erforschen, wie sich Julias Ablehnungsangst körperlich anfühlt und relativ schnell ist klar, dass sie sich im Oberbauch am stärksten zeigt.
Fachliche Einordnung: Unsere Körper wollen uns vor starken Gefühlen schützen, indem die Muskeln an unterschiedlichen Partien anspannen. Das hat in der Kindheit auch gut funktioniert. Im Laufe der Jahre sind ein bestimmtes Gefühl und eine bestimmt Anspannung/Körperhaltung aber wie miteinander verschmolzen, deshalb löst heute die Anspannung/Körperhaltung das Gefühl sogar aus. Unsere Muskeln haben aber oft vergessen, wie sie loslassen könnten.
Julias Oberbauch ist einfach fest. Behutsam arbeite ich an ihrem Bauch und sie traut sich, Millimeter für Millimeter loszulassen. Es fühlt sich an, als hätte er (der Bauch) schreckliche Angst, die Anspannung loszulassen, weil er denkt, dass dann etwas Schlimmes passiert. Julia kann sich gut einlassen, weil wir uns schon länger kennen und sie mir vertraut.
Nach nur 2 Sitzungen ist der Bauch viel entspannter und die Angst, die in der Anspannung eingekörpert war, konnte mit gehen. Das permanente Angstlevel ist danach nur noch bei Stärke 2–3. Danach ist es wichtig, den Bauch im Alltag immer wieder loszulassen ( das geht schnell und dauert nur eine Sekunde – anspruchsvoller ist es, die Körperaufmerksamkeit zu entwickeln), damit er nicht wieder in eine Daueranspannung kommt. Julia konnte nach dieser Sitzung bereits aufhören, mit mir zu arbeiten und heute, nach 1 Jahr, ist die Angst durchschnittlich bei 3-4. Sie sagt, das ist völlig okay für sie.
Fachliche Einordnung: Auch wenn “Angst vor Ablehnung” zunächst wie eine Kleinigkeit klingen mag – wir alle haben diese Angst bestimmt schon einmal gefühlt und kennen entsprechende Situationen –, in Julias Fall ist diese Angst eine Traumafolgestörung, die ihr Leben beherrscht hat. Auch vermeintliche Kleinigkeiten oder augenscheinliche Banalitäten können vor allem im Kontext des Entwicklungstraumas eine belastende Folge dessen sein. Man ist dann nicht einfach komisch, überempfindlich oder zu sensibel. Man ist traumatisiert.
Hinweis: Die hier geteilten Berichte über vergangene Sitzungen dienen ausschließlich der Veranschaulichung meiner Arbeitsweise und der Vielfalt körperorientierter Therapieansätze (wie Grinberg Methode, Pantarei Approach, ThetaFloating oder EMDR).
Kein Ersatz für ein persönliches Gespräch: Diese Beispiele können und sollen ein persönliches Kennenlernen und eine individuelle Beratung nicht ersetzen.
Anonymität und Diskretion: Die dargestellten Situationen basieren auf realen Erfahrungen, wurden jedoch zum Schutz der Privatsphäre vollständig anonymisiert. Alle Namen sind fiktiv.
Individuelle Prozesse: Bitte beachte, dass jeder Mensch einzigartig ist und jeder therapeutische Prozess anders verläuft. Ein Ergebnis aus einem Beispiel ist keine Garantie für Deinen eigenen Weg.
Fokus auf den Prozess: Die Berichte spiegeln meine professionelle Perspektive und Rekapitulation der Sitzung wider, um Dir einen Einblick in die Möglichkeiten zu geben, wie wir gemeinsam an diesen Themen arbeiten können. Die Berichte sind keine geteilten Klient:innenerfahrungen (Testimonials).
Ich lade Dich ein, dies als Inspiration und Einladung zu sehen, mehr über die Kraft der Körperorientierten Psychotherapie und des Coachings zu erfahren.